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Die subversive Kraft der Zuversicht Featured

Read 2167 times Zuletzt geändert am Dienstag, 22 September 2015 20:05
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Die Initiative "Ein Friedensdenkmal für Karlsruhe" will Menschen zusammen bringen, um für die Schaffung und Aufrechterhaltung von Frieden zu einer koordinierten Aktivität zu kommen. Mit dem Denkmalsprojekt wird ein Etappenziel definiert das wir gemeinsam erreichen können, das für uns greifbar wird. Der folgende Beitrag ist die Fortsetzung der Diskussion, um die Gestaltung eines Friedensdenkmals für Karlsruhe.

Funktion

Warum ausgerechnet ein Denkmal-Projekt für den Frieden? Für Frieden ist doch sowie so jeder! Nein, es geht nicht darum "bekenntnishaft ein Denkmal zu propagieren, das eine Haltung demonstriert, die wir als  selbstverständlich voraussetzen müssen", wie Claudia Pohl zu Recht befürchtet und anmerkt, dass Künstler wie Jochen Gerz (Gestaltung Platz der Grundrechte den "alten" Denkmals-Begriff bereits verändert haben, um sich gegen ein Übereignen der persönlichen Anstrengungen des Einzelnen an ein Denkmal zu wenden.

Es gibt sie die pazifistische Grundhaltung in unserer Bevölkerung. Viele Karlsruher würden mit einem Friedensdenkmal repräsentiert werden und würden sich damit identifizieren. Damit aber aus der pazifistischen Haltung eine erfolgreiche Anstrengung für die Schaffung und Aufrechterhaltung von Frieden werden kann, braucht es Zuversicht und koordinierte Aktivität. Das Denkmal sollte diese Zuversicht ausstrahlen und zum Handeln auffordern.

Brücke - Erfolgsgeschichte der Vergangenheit

Der Denkmalsvorschlag von Andreas Helmling trägt bereits Zuversicht in sich, da er eine Erfolgsgeschichte repräsentiert. Es ist gut diese Geschichte an nachfolgenden Generationen weiterzugeben, sie vor dem Vergessenwerden zu bewahren. Es bleibt allerdings bei einer Brücke in die Vergangenheit.

Es fehlt ein Pendent der Gegenwart. Wie bereits von Petra Faulhaber und Bernd Hentschel vorgeschlagen könnte ich mir vorstellen es nicht bei EINEM zentralen Denkmal zu belassen, sondern einen weiteren oder sogar mehrere Orte über die Stadt räumlich verteilt zu besetzen. Mit einem zweiten Standort könnte eine Brücke gebaut werden zu "jüngeren Generationen" mit einem klaren Aufforderungscharakter.

Brücke - zu jüngeren Generationen

Auf dem Gelände des Ostaueparks in dem auch der Kinder- und Jugend-Zirkus der Stadt Karlsruhe seine Zelte aufgeschlagen hat, könnte ein weiteres Element eines Friedensdenkmals errichtet werden, das Bestandteile von Andreas Helmlings Denkmalsidee aufgreift und "in Bewegung" bringt. Das Kunstobjekt sollte erkletterbar sein, könnte auch bewegliche Teile beinhalten: "Frieden braucht Bewegung". Ein Denkmal, das zu einem "coolen" Treffpunkt der Jugendszene der Bewegungskünste werden könnte, vielleicht auch eine Platform oder Bühne beinhalten könnte. Ein Kulminationspunkt der einlädt zu verweilen, da er in Gebrauch ist, z.B. von Parkour-Freaks als Sportgerät im Einsatz. Ein Kunstobjekt das immer wieder umgebaut und umgestaltet werden könnte ("Frieden ist nichts Statisches"). Die Aufforderung sich für Frieden einzusetzen sollte in der Form deutlich und vielleicht auch mit einem Text konkretisiert werden. Die Brücke in die Vergangenheit könnte über eine Telefonzelle hergestellt werden, Details siehe weiter unten.

Ideen für konkrete Elemente:

  • Platform erhöht mit Gummiboden 4,5 x 2,5m als eine Art Bühne
  • Elemente zum Hangeln in ca. 3-4m Höhe, ähnlich wie auf Spielplätzen nur in größerer Höhe
  • Integration der Möglichkeit zur Befestigung von Slacklines in unterschiedlicher Höhe
  • Eine Reckstange
  • Ein schaltbarer Stromanschluß
  • Aufhängemöglichkeiten für Tücher und Trapez für Luftakrobatik
  • Eine zugeordnete Webseite, die eine Webcam mit Blick auf den Ort integriert. Dann könnte man im Web sehen "wer gerade da ist".
  • Die Konstruktion könnte erweiterbar entwickelt werden, sodaß sie nach und nach durch Spenden finanziert in Abschnitten erweitert und immer wieder angepaßt und umgebaut werden kann

Die Karlsruher "Bewegungs"- und Zirkus-Szene repräsentiert zwar nur einen Ausschnitt der "jüngeren Generationen", besitzt aber Ausstrahlungskraft und hat quasi exemplarischen Charakter. Weitere Brücken sind möglich.

Brücke - zur Internet-Öffentlichkeit

Mit einer weiteren Brücke könnte eine Verbindung mit der Internet-Öffentlichkeit hergestellt werden. Hier wird aus der Aufforderung koordiniertes Handeln.

Ideen für konkrete Elemente:

  • Mit Google Maps eine eigene Karte von Karlsruhe erstellen, in der die potentiellen Standorte des Karlsruher Friedensdenkmals eingetragen sind, sowie weitere Standorte von Denkmälern, die etwas mit Frieden zu tun haben. Außerdem Markierungen des Wohnorts jedes Unterstützers des Projekts. Um den Datenschutz zu gewährleisten vielleicht keine Namen mit veröffentlichen, sondern die Unterstützer nur durchnumerieren. Es entsteht so ein Bild davon welche Stadtteile aktuell mit dem Projekt bereits erreicht wurden.
  • Ein Internet-Portal in dem graphisch in Form von Puzzle-Teilen bzw. Kacheln Beiträge verschiedenster Organisationen und Einzelpersonen zum Frieden zugänglich gemacht werden und in einen Zusammenhang gebracht werden.
  • Darstellung einer unendlich langen "Roadmap", die auf Aktuelles verweist und die die "Puzzleteile" referenziert. Es könnte eine Art Blog sein, allerdings mit klarer Definition von "Milestones" die es zu erreichen gilt.
  • Es braucht eine Redaktion und ein demokratisches Entscheidungsgremium in dem alle beteiligten Einzelpersonen und Organisationen vertreten sind um sich auf "Milestones" zu einigen.

Fernsprecher, Telefonzelle und WLAN-Hotspot

Als gestalterisches Element, um die beiden physikalischen und den virtuellen Ort miteinander zu verbinden, könnten Telefonzellen dienen. In Andreas Helmlings Denkmal könnte eine Art "Münz-Fernsprecher" aus der "Zeit Willy Brandts" integriert werden. Das "bewegliche Kunstobjekt" könnte durch eine reale Telefonzelle ergänzt werden. Die technische Funktion einer 1-zu-1-Verbindung zwischen den beiden Orten sollte möglich sein. Mit dem Münzfernsprecher sollte ausschließlich die Telefonzelle erreicht werden können. Per Telefon kann man sich bei der "jüngeren Generation" über aktuelle friedensschaffende Maßnahmen erkundigen, falls die Telefonzelle gerade besetzt ist. Die Telefongebühren könnten in der Höhe früherer Ferngespräche liegen und als Spenden für das Projekt gesammelt werden. Die Telefonzelle könnte zusätzlich einen WLAN-Hotspot integrieren, um die Brücke ins Internet zu bilden. Der Zugang zum Hotspot könnte über die Mitgliedschaft eines gemeinnützigen Vereins erfolgen. Für Nichtmitglieder könnte der Hotspot auf den Zugriff auf die Webseite des Friedensdenkmal-Projekts begrenzt sein. Falls die Telefonzelle angerufen, aber nicht besetzt ist ,könnte via Internet-Telefonie der Anruf an wechselnde Organisationen der Friedensbewegung weitergeleitet werden oder zu einem Anrufbeantwortertext führen, der Informationen zu dem Kunstwerk bietet.

(Ein Dank an Julia Block für die Überlassung des Fotos der "Telefonzellen", des Künstlers Sebastian Kuhn (Krumbach, *1977 ), dessen Arbeiten mit Objekten des Alltags den Umstand nutzen, dass sie eine Vorgeschichte haben und somit Künstler wie Betrachter bestimmte Erfahrungen, Funktionen, Handlungen und Gefühle mit ihnen verbinden. Die beiden Telefonzellen könnten ein Paar bilden entsprechend den Formdeutversuchen (1943) des Psychiaters Rorschach, der Persönlichkeitsmerkmale mittels zusammengefalteter Klecksbilder diagnostizierte.)

 

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