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Aufstände und Revolutionen haben bessere Erfolgschancen und sind nachhaltiger, wenn sie gewaltfrei erfolgen. Featured

Read 484 times Zuletzt geändert am Mittwoch, 09 November 2016 14:55
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Bereits 2011 hatten die beiden Wissenschaftlerinnen Erica Chenoweth und Maria J. Stephan ihre Erkenntnisse zu bewaffneten und unbewaffneten Aufständen vorgestellt. Ihr Buch „Why civil resistance works – the strategic logic of nonviolent conflict“ (Columbia Books, New York 2011), sorgte für internationale Beachtung.

Besonders das Ergebnis, dass gewaltfreie Aufstände nicht nur moralisch im Vorteil sind, sondern daß auch ihre Erfolgschancen doppelt so hoch und die erreichten Veränderungen nachhaltiger sind, erscheint auf den ersten Blick überraschend.

Die wesentliche Bedingung für den Erfolg eines gewaltfreien Aufstands faßt Chenoweth in der „3,5 %“-Regel zusammen: Wenn 3,5 % (oder mehr) der Bevölkerung sich an einer gewaltfreien Kampagne beteiligen, dann ist sie in der Regel erfolgreich. Wenn es weniger sind, dann kann sie scheitern. 3.5%, das sind 2.4 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland. Das ist eine Größenordnung, die von sozialen Bewegungen durchaus erreichbar ist und in der Vergangenheit auch immer wieder erreicht wurde. Das macht Mut.

Machen wir die Studie also bekannter – und konfrontieren wir vor allem PolitikerInnen mit ihr: Nicht Gewaltfreiheit ist naiv – sondern der Glaube an den Erfolg von Gewalt.

Das Buch zur Studie „Why Civil Resistance Works“ (Columbia Books, New York 2011) ist bisher leider nicht in Deutsch erschienen. Eine kurze Zusammenfassung erschien in „gewaltfrei konkret“ (gewaltfrei handeln e. V., Wethen Oktober 2013), und auch die Zusammenfassung auf Video (siehe oben) von Erica Chenoweth selbst ist ziemlich inspirierend

Anläßlich des Martin-Luther-King-Tags haben die Autorinnen nun ihre Erkenntnisse über die letzten fünf Jahre nach Erscheinen des Buches in einem Artikel zusammengefaßt und in der Washington Post vorgestellt.

Am Sonntag dem 6. November wurden in der Paul-Gerhardt-Kirche in Karlsruhe die Ergebnisse Ihrer Folgestudie aus erster Hand durch die Politikwissenschaftlerin Maria Stephan präsentiert.

Es zeigt sich, dass gewaltfreie Aufstände zunehmend üblich werden, deren Erfolgsquote in den letzten 6 Jahren leider etwas gesunken ist. Die "Gewaltfreien" haben strategische Fehler gemacht aber auch die Machthaber haben dazugelernt. Insbesondere wird deutlich, dass bewaffnete Flügel von Bewegungen sich nachteilig auswirken. Eine detailliertere Zusammenfassung der Folgestudien findet sich im Anhang.

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