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Nachlese -  Podiumsdiskussion: Gehört der Greif ins Museum?

Im Zuge der Bauarbeiten für den Stadtbahntunnel wurde 2010 das Leibgrenadierdenkmal abgebaut, das seit 1925 auf dem Europaplatz stand. Mit dem näher kommenden Ende der Bauarbeiten stellt sich die Frage, ob die Granitsäule mit dem Greif wieder errichtet werden soll.

Für eine Wiedererrichtung spricht der Wunsch, das traditionelle Stadtbild so weit als möglich zu erhalten und insbesondere Denkmäler zu schützen und zu bewahren.

Dagegen spricht die politische Intention des Denkmals: Es erinnerte nicht an die Gefallenen, sondern rühmt die Schlachten, in denen die Leibgrenadiere gekämpft haben. Es sollte dazu ermutigen, ähnlich heldenhaft zu kämpfen wie die Soldaten des Leibgrenadierregiments 109 in den Schlachten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkrieges.

Sollte ein solches Denkmal in unserer Zeit wieder aufgebaut werden?

Braucht es eine künstlerische Kommentierung/Veränderung? Oder gehört der Greif schlicht ins Museum, in dessen Garten er seit 2014 ausgestellt ist?

Zusammen mit dem  Kulturzentrum jubez Karlsruhe hatten wir zum  8.5.2018 zu einer Podiums- und Publikumsdiskussion eingeladen, diesen Fragen nach zu gehen. Auf dem Podium diskutierten Dr. Albert Käuflein (Kulturbürgermeister der Stadt Karlsruhe), Ulrich Beer-Bercher (Initiative für ein Friedensdenkmal in Karlsruhe) und Dieter Bürk (Deutscher Gewerkschaftsbund). Durch den Abend führte Aydin Mir Mohammadi (Initiative für ein Friedensdenkmal in Karlsruhe). Die Diskussion moderierte Elske Bechthold (Werkstatt für gewaltfreie Aktion).

Trotz des schönen Wetters und zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen folgten über 30 Personen der Einladung. Darunter auch sehr engagierte Mitarbeiter des Stadtarchivs und Denkmalamts, der Parteien, Vertreter der Bürgervereine aber auch Karlsruher, die ohne spezifischen Hintergrund einfach nur neugierig auf das Thema waren. Einige BesucherInnen der Veranstaltung hatten sich sogar offensichtlich inhaltlich auf den Abend vorbereitet. Diese breite Mischung Interessierter ermöglichte eine ausgesprochen spannende Diskussion mit dem Wunsch diese fortzusetzen.

Deutlich wurde, dass  der Wiederaufbau des Denkmals, nach dem es 10 Jahre lang eingelagert war, eine öffentliche Wirkung hat, die es zu beachten gilt. Dass es gegen die Wiedererrichtung auch Bedenken gibt, hatte die Stadtverwaltung bisher nicht wahrgenommen. Bürgermeister Käuflein plädierte in der Veranstaltung für eine Kommentierung des Denkmals, die bisher noch nicht geplant war. Auch die Gegenüberstellung eines Friedensdenkmals wäre eine Überlegung wert.

Interessant die Bandbreite an Emotionen, die mit dem Leibgrenadierdenkmal verbunden sind. Für die einen ist die Wiederaufstellung eines Denkmals mit derart chauvinistischem und militaristischem Charakter nur schwer erträglich. Sie erinnerten daran, dass nach dem 2. Weltkrieg auch eindeutig nationalsozialistische Denkmäler und Symbole aus dem Stadtbild entfernt wurden.  Diesbezüglich besteht heute auch nicht der Wunsch diese wieder aufzustellen, um eine Auseinandersetzung mit dem Faschismus zu ermöglichen. Warum also das Leibgrenadierdenkmal wieder aufstellen?

Andere verbinden mit dem Denkmal eher positive Erinnerungen an verspernde und Bier trinkende 68er auf den Stufen zur Säule. Kann man das Denkmal nicht einfach als Platz gestaltendes Element betrachten?

Entgegen der ursprünglichen Absicht der Erbauer wurde es  bis zu seinem Abbau 2010 für Gedenkfeierlichkeiten am Volkstrauertag genutzt und  damit auch mit dem Gedenken an die Kriegsopfer - auch unter den ehemaligen Gegnern - verbunden. Aber ist ein Denkmal mit derart ästetischer Wucht wirklich dafür geeignet?

Die Frage wurde gestellt, ob das Leibgrenadierdenkmal auf dem Europaplatz Anlässe zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit schaffen kann. Vorgeschlagen wurde in diesem Zusammenhang auch es im Museum für Stadtgeschichte zu präsentieren, an einem Ort, der viel besser für einen solchen Diskurs geeignet ist. 

Eine weitere Idee war es, das Denkmal bei der "neuen" Grenadierkaserne wieder aufzubauen. Dort steht ja noch das alte Leibgrenadierdenkmal.

Andere wiesen darauf hin, dass es in Deutschland mehrere 100000 Kriegs- und Kriegerdenkmäler gibt und diese auch in Karlsruhe die größte Zahl der Denkmäler stellen. Ist hier nicht eine "Entrümpelung" angesagt, um Platz für Neues und insbesondere auch für ein explizites Friedensdenkmal zu schaffen?

Mit der Diskussion um ausdrückliche Friedensdenkmäler sind wir in Karlsruhe nicht alleine. Im Rahmen des Projekts Discover peace wurden in 7 Europäischen Städten Stadtrundgänge entwickelt um die Spuren aktiven Einsatzes für den Frieden sichtbar zu machen.

Und für das aktuelle Projekt DenkMalFrieden (siehe Aufruf im Anhang) werden Ideen Ideen für Friedensdenkmäler aus unterschiedlichen europäischen Städten zusammengetragen. Es wäre schön wenn wir uns aus Karlsruhe daran beteiligen würden.

Infos zum Leibgrenadierdenkmal

(Fotos: Greif im Garten des Prinz-Max-Palais, Mueck, weilipedia; alle anderen Aydin Mir Mohammadi)

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Gehört der Greif ins Museum?

Mittwoch, 11 April 2018 00:00
Gehört der Greif ins Museum?

Der Europaplatz nach den Bauarbeiten – ein Signal für den Frieden oder eine Erinnerung an den Krieg?

Im Zuge der Bauarbeiten für den Stadtplantunnel wurde 2010 das Leibgrenadierdenkmal abgebaut, das seit 1925 auf dem Europaplatz stand. Mit dem näher kommenden Ende der Bauarbeiten stellt sich die Frage, ob die Granitsäule mit dem Greif wieder errichtet werden soll.

Für eine Wiedererrichtung spricht der Wunsch, das traditionelle Stadtbild so weit als möglich zu erhalten und insbesondere Denkmäler zu schützen und zu bewahren.

Dagegen spricht die politische Intention des Denkmals: Es erinnerte nicht an die Gefallenen, sondern rühmt die Schlachten, in denen die Leibgrenadiere gekämpft haben. Es sollte dazu ermutigen, ähnlich heldenhaft zu kämpfen wie die Soldaten des Leibgrenadierregiments 109 in den Schlachten des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und des Ersten Weltkrieges.

Sollte ein solches Denkmal in unserer Zeit wieder aufgebaut werden?

Braucht es eine künstlerische Kommentierung/Veränderung? Oder gehört der Greif schlicht ins Museum, in dessen Garten er seit 2014 ausgestellt ist?

Das Kulturzentrum jubez Karlsruhe und die Initiative für ein Friedensdenkmal in Karlsruhe laden ein, diesen Fragen nach zu gehen:

Wohin mit dem Greif?

Podiumsdiskussion mit

Prof. Dr. Joachim Kettel, Dr. Albert Käuflein, Ulrich Beer-Bercher, N.N.

Dienstag, 8.5.2018, 19 h 30

Jubez-Café, Kronenplatz

(Foto: Greif im Garten des Prinz-Max-Palais, Mueck, weilipedia)

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Nachlese -  Ein Stadtspaziergang zu Krieg- und Frieden

(Foto Wolfgang Menzel)

Trotz widriger Wetterbedingungen versammelten sich am Sonntag, den 26.11.2017 fast 30 Personen vor dem Hauptfriedhof, um einer Einladung der Initiative für ein Friedendsdenkmal Karlsruhe, sowie des Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. Sektion Nordbaden zu folgen. Eine Stadtführung von Herrn Jürgen Schuladen-Krämer (Historiker) auf den Spuren von Krieg und Frieden in Karlsruhe. Ausführlich wurden fußläufig erreichbare Orte im Gelände des Hauptfriedhofs aufgesucht, sowie einige mit der Straßenbahn erreichbare.

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Ein Friedensdenkmal für Karlsruhe - Infoveranstaltung mit Podiumsdiskussion

Zum 18. Januar, 19:30-21:30, lädt die Pädagogische Hochschule Karlsruhe in den Hörsaal A020  (Gebäude 2) zu einer Infoveranstaltung mit Podiumsdiskussion  über unsere Initiative für ein Friedensdenkmal in Karlsruhe ein.

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Hilflose UNO? Atomwaffenverbot: Möglichkeiten und Grenzen der  Weltorganisation

Update: Hilflose UNO? Atomwaffenverbot: Möglichkeiten und Grenzen der Weltorganisation"

 

Der UN-Experte Andreas Zumach, Autor von "Globales Chaos - hilflose UNO?", bewertete die aktuellen Verhandlungen der UN-Generalversammlung für ein vollständiges Verbot aller Atomwaffen. Er sprach über die Chancen eines Atomwaffenverbotes. Anlass war die bereits begonnene zweite Runde der Verhandlung der UN-Generalversammlung zu diesem Thema – und die Weigerung der Bundesregierung, sich an diesen Verhandlungen zu beteiligen. 

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Die andere Wange hinhalten - Gewaltfreiheit als politische Option
 

20. Juli 2016, 19.30 bis 22.30 Uhr
Ort: Evangelische Luthergemeinde, Durlacher Allee 23, 76133 Karlsruhe

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Nachlese: Krisenregion - Naher & Mittlerer Osten

Die Stadt schien ausgestorben am Abend des 16. Juni: Fast alle Menschen saßen zuhause vor dem Fernseher, um sich auf das Spiel Deutschland gegen Polen einzustimmen. Nur im Jubez am Kronenplatz hatten sich ca. 50 Menschen zusammengefunden, um auf Einladung des Jubez und der DFG-VK Clemens Ronnefeldt zuzuhören. Der Referent des Versöhnungsbundes sprach über die Geschichte, die aktuellen Herausforderungen und die Chancen für Friedenslösungen der zahlreichen Konflikte im Spannungsbogen Naher und Mittlerer Osten.

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Krisenregion - Naher & Mittlerer Osten

Donnerstag, 26 Mai 2016 00:00
Krisenregion - Naher & Mittlerer Osten

Warum wird Saudi-Arabien, das in Syrien und Jemen mit Iran einen Kampf um die Vorherrschaft um die Region austrägt und weltweit Koranschulen mit gefährlicher Ideologie finanziert, mit westlichen Waffen unterstützt - statt als Teil des Problems benannt?

 

Warum wird die Türkei, die den IS bisher unterstützte und Kurden, die gegen den IS kämpften, als westlicher Kooperationspartner im Kampf gegen den IS gesehen?

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Nachlese: Krieg in Syrien - warum die UNO gescheitert ist

 

Mit der Gründung der UNO war nach dem zweiten Weltkrieg vor allem die Hoffnung auf eine friedlichere Entwicklung verbunden. In Syrien wie in etlichen anderen bewaffneten Konflikten wurde diese Erwartung enttäuscht. Ist die Weltorganisation überflüssig geworden?

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Splitter im Auge

Dienstag, 10 November 2015 00:00
Splitter im Auge

 

Unter dem Titel „Splitter im Auge“ laden wir zu einem Lichtbildvortrag über eine Reise durch Israel/Palästina ein. Im Mittelpunkt stehen die aktuellen Spannungen, die von einigen Beobachtern bereits als der Beginn einer dritten Intifada interpretiert wurden. Auf dem Hintergrund der Geschichte der Region, den Impressionen dieser Reise und von Gespräche mit Palästinensern und Israelis wollen wir Facetten des Konfliktes und Lösungsansätze diskutieren.

Die Veranstaltung findet im Saal der KHG - Katholische Hochschulgruppe in der Hirschstrasse 103 statt – wir würden uns sehr freuen, Sie begrüßen zu dürfen.

Referent: Ulrich Beer-Bercher
25. 11.2015, 19 h 30
KHG, Hirschstrasse 103

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